Die Markenmacher bitten ins Parkhaus.
Ludwig Morasch und Richard Couldrey bringen mit Carspaze Werbung in Parkgaragen.
Wer hat das nicht schon irgendwann einmal erlebt: man kommt nach einem längeren Einkaufsbummel ins Parkhaus zurück und dort wo der eigene Sportflitzer stand, befindet sich ein Familienkombi. Falsches Stockwerk? Falscher Bereich? Und die Parkplatznummer haben Sie sich auch nicht gemerkt. So ähnlich erging es Ludwig Morasch Mitte der Neunziger Jahre. Weil der Österreicher gleichzeitig ein international gefeierter Trendforscher und Marketingfachmann ist, kam ihm bei der Suche nach dem eigenen fahrbaren Untersatz eine Idee: nämlich ein Parkleitsystem mit Werbung zu verbinden.
Dass ausgerechnet Ludwig Morasch bei seinen ersten Überlegungen im Begriff war, die Außenwerbung zu revolutionieren, ist kaum verwunderlich. Schon 1979 machte Morasch mit seiner Unternehmens- und Trendberatung von sich reden. Er hob diverse innovative Konzepte im Tourismus-, Freizeit- und Shoppingbereich aus der Taufe, gilt als Urheber der Erlebniswelten, branchenübergreifender Markenentertainment-Spezialist und vielseitiger Vater des Infotainments.
In den Jahren bis zur Markteinführung seiner Vision musste der erfolgreiche Autor vieler Fachbücher vor allem eine große Hürde überwinden – die umfassenden Brandschutzauflagen, die Außenwerbung in Parkgaragen bislang als unmöglich erscheinen ließen. Mit Faserzementplatten der Brandschutzklasse A und einem in mittlerweile mehr als 70 Ländern patentierten Produktionsverfahren für besonders brillanten Druck ging es 2005 schließlich los: Carspaze wurde in einem Hamburger Parkhaus in Kooperation mit der deutschen Telekom der Öffentlichkeit vorgestellt. Vom ersten Moment an bekam das Konzept hervorragende Noten, so dass wenig später weitere Carspaze-Parkhäuser in Wien, Basel und Las Vegas ihre Pforten öffneten. 2009 folgten weitere in der Schweiz, Portugal und den USA.
Das Carspaze-Konzept stützt sich vor allem auf eine nur ungern erwähnte Regel: »Den meisten Verbrauchern erscheint Werbung üblicherweise als lästig, während die Markenpräsentation mit Carspaze durchgängig als positiv und sinnvoll wahrgenommen wird.«, so Richard Couldrey, CEO, der die Geschicke von Carspaze international leitet. »Ganzheitliche Marketingkonzepte mit Licht, Sound und sogar Duft waren bisher undenkbar. Jetzt werden nicht nur völlig neue Erlebniswelten möglich, sondern wir machen mit Carspaze aus bisher dunklen, bedrohlichen Parkgaragen eine helle, freundliche und vor allem sichere Umgebung, in der man sich bestens orientieren kann.«
Ludwig Morasch sieht in Carspaze sogar eine grundsätzliche Veränderung im Einsatz von Werbemitteln. »Heute werden ganz andere Anforderungen an die Werbeproduktivität gestellt. Damit wieder der Kunde und nicht die Werbung im Vordergrund steht, müssen Botschaften völlig neu vermittelt werden.« ist sich Morasch sicher. »Alle klassischen Werbeformen bevorzugen ausschließlich das Produkt, während Carspaze einen tatsächlichen Mehrwert schafft und die Sympathien gegenüber der Marke deutlich erhöht.« freut sich Ludwig Morasch. Die Werte sind tatsächlich beeindruckend: Durch Nielsen getestete 90 Prozent Recall erfahren die in einem Carspaze Parkhaus lancierten Marken im Schnitt.
Bei Coca-Cola oder Levis parken.
Die Zahlen geben Ludwig Morasch recht und so blickt der Trendguru positiv auf die Zukunft von Carspaze: »Gerade in einer Zeit, in der Werbebudgets gekürzt und die Plätze für Außenwerbung mehr und mehr reglementiert werden, bietet Carspaze eine Alternative, um Marken wirkungsvoll und aufmerksamkeitsstark in Szene zu setzen.« Wenn wir in Zukunft immer häufiger „bei Coca-Cola“ oder „neben Levis“ parken, wird sich zeigen, in welchem Maß die Idee von Ludwig Morasch die Wahrnehmung von Werbung geprägt hat.







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